Vergebung - wie wichtig ist die Arbeit mit dem inneren Kind?

Vergebung mit dem inneren Kind

Die Vergebung, die Arbeit mit dem inneren Kind in der Hypnose – Hypnosetherapie ist ein wesentlicher Teil der therapeutischen Arbeit. Sie kann z.B. in Form einer Stuhltherapie, einer Einzelaufstellung oder auch hypnotherapeutisch im Kopf des Patienten erfolgen.

Ziel der Vergebungsarbeit ist es zunächst die Thematik im Rahmen einer sicheren Konfrontation mit dem „Täter“ offenzulegen, die entstandenen und/oder verdrängten Gefühle wahrzunehmen und ggf. im Rahmen einer Abreaktion loszulassen sowie danach die eigentliche Vergebung durchzuführen. In der Hypnosetherapie lassen wir dies i.d.R. im Kopf des Patienten geschehen. Klassische Themen für die Vergebungsarbeit sind „Täter-Opfer-Szenarien“ wie z.B. körperlicher oder sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung.

Ich möchte die Vergebungsarbeit heute in Verbindung mit einem anderen Themengebiet beleuchten – dem verminderten Selbstwert. Dieses Problem begegnet mir mit all seinen Auswüchsen in meiner Praxis fast täglich und ich denke, anderen Kolleginnen und Kollegen geht es ähnlich. Die Basis für den verminderten Selbstwert sind meist Ängste. Angst vor Ablehnung, Angst etwas falsch zu machen oder auch Verlustängste wirken wie eine immense Handbremse für den Patienten. Dabei sind diese Ängste i.d.R. übernommen bzw. geprägt durch das Elternhaus.

Selbstbewusstsein - Selbstwert

Diese Ängste werden von einem sehr starken Gefühl angetrieben – der Schuld! Schuld ist der Motor dieser Ängste und damit auch des geringen Selbstwertgefühls. Dieser Schuld-Angst-Komplex ist aus meiner Sicht daher prädestiniert für die Vergebungsarbeit. Dabei ist die Vorgehensweise weitestgehend identisch mit der klassischen Vergebung in einer Täter-Opfer-Situation:

  • –  Konfrontation mit dem Täter (hier Elternteil)
  • –  Offenlegung des Problems
  • –  Wahrnehmung der (oft verdrängten/angestauten) Gefühle
  • –  Ggf. Abreaktion
  • –  Aussöhnung und Vergebung
  1. In diesen Prozess läßt sich nun sehr gut noch eine weitere Person integrieren, vielleicht die wichtigste Person in diesem Prozess überhaupt – das innere Kind des Patienten. Meist lasse ich es dann kommen, wenn es um die Gefühle des Patienten geht, welche durch das Verhalten des Elternteils entstanden sind.Der Moment, wo das innere Kind die Bühne der Vergebung betritt ist meist deutlich spürbar und für den Patienten sehr emotional. Für viele ist es das erste Mal, dass sie überhaupt mit diesem Anteil in Kontakt kommen. Ist es spürbar bzw. wahrnehmbar für den Patienten kann es in den weiteren Prozess als eigenständige Person integriert werden. Es darf den Körper des Patienten benutzen, um alles auszudrücken, was noch gesagt oder getan werden muss, um den Ballast der Vergangenheit loszuwerden. Ich animiere es regelrecht dazu, sich zu äußern und allen angestauten Gefühlen freien Lauf zu lassen.Oft sind die Patienten selbst überrascht, was da noch alles hochkommt. So lasse ich den Patienten mit seinem inneren Kind zusammenarbeiten um gemeinsam das Alte loszuwerden, in Worten und Taten. Es darf schreien, stampfen, schlagen (ich habe dafür extra ein Wutkissen!), fluchen, was auch immer nötig ist und der Patient darf es geschehen lassen.

     

     

    Erst wenn bei Groß und Klein alles gesagt und herausgelassen wurde fahren wir mit dem Vergebungsprozess fort. Die Vergebung selbst geschieht dann auch mit dem inneren Kind zusammen, d.h. auch das innere Kind vergibt dem Täter. Natürlich erst, wenn es auch dazu bereit ist.

     

     

    Inneres Kind - Vergebung - schweizerisches Hypnose Insitut

    Für den Patienten ist die (Zusammen-)Arbeit mit dem inneren Kind oft anstrengend, aber auch unglaublich bereichernd und befreiend. Nachdem die Vergebung geschehen ist lasse ich beide an einen Wohlfühlort gehen und bitte sie dann im Stillen sich zu besprechen, was evtl noch gesagt werden muss. Ist das alles erledigt bitte ich den Patienten für sein inneres Kind sein Herz zu öffnen und es einzuladen, zurückzukommen und sich dort niederzulassen. Selbstvergebung mal anders 😉.

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